7 Wonders Duel – Pantheon

Frittenrezensionen Kartenspiele
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"Na ja"-Fritte

Wenn der Papst Auto fährt, muss der Fahrgast wohl Gott sein.

Im Pantheon sind die Götter los! Und daher arbeiten wir bei 7 Wonders Duel jetzt auch unter dem positiven Einfluss der Götter. Naja, zumindest eines von beiden Spielern wird dadurch etwas Positives erfahren. Der andere wird sich wahrscheinlich darüber ärgern, dass nicht er derjenige war, der genug Geld hatte, um die Götter zu preisen.

7 Wonders Duel – Pantheon ist eine Erweiterung für 7 Wonders Duel und kann auch nur mit dem Basis-2-Spieler-Spiel gemeinsam gespielt werden. Denn in der schmalen Schachtel finden wir neues Spielmaterial, das das Spielfeld von 7 Wonders Duel ausbaut.

In eigener Sache mache ich hier nochmal Werbung für die gesamte 7 Wonders Reihe, in der wir uns neben 7 Wonders Duel (dem Grundspiel für 2 Spieler) auch die Spiele für mehr als 2 Spieler angeschaut haben 😉 

Bei den Göttern!

Das Spielprinzip von 7 Wonders Duel bleibt das gleiche, wie im Grundspiel

Allerdings wird das Pantheon nun mit aufgebaut und findet – als sei es dafür gemacht 😉 – Platz direkt über der Militärischen Leiste. Neu im Spiel sind außerdem Mythologie- und Opferplättchen.

Insgesamt gibt 5 verschiedene Mythologien im Spiel und pro Mythologie gibt es 3 Götter. Jede Mythologie hat einen anderen Fokus. Manche beziehen sich auf Handel, andere auf die Weltwunder, andere auf das Militär und so weiter. Jeder Gott dieser entsprechenden Mythologie bringt eine Fähigkeit mit, die dem Spieler, der ihn bezahlen kann, wenn er dann im Spiel ist, einen besonderen Bonus verleiht. Das kann eine sofortige Aktion sein, aber auch etwas, das beim Spielende wichtig ist.

Die Götter machen auch mal Urlaub.

Zu Beginn des Spiels sind noch keine Götter im Pantheon. Dafür liegen aber 5 der 12 Mythologieplättchen verdeckt auf den Karten in der Auslage. Nimmt ein Spieler sich solch eine Karte erhält er auch direkt das Plättchen. Was sich darunter verbirgt, erfährt man erst, wenn man es erhält. Und dann darf man das gewonnene auch direkt einsetzen: Abhängig von der Farbe des Plättchens wählt der Besitzer eine von 2 Götterkarten aus, die er dann im Pantheon platziert. Dabei kann er selbst auswählen, wohin die Karte gelegt wird. Und jetzt wird’s arschig: Je weiter die Karte auf meiner Seite liegt, desto günstiger ist sie für mich (kostet dann 3, wenn sie ganz auf meiner Seite liegt). Je weiter sie von mir weg liegt, desto teurer wird der Spaß. Die Karte, die ganz am Rand beim anderen Spieler liegt würde mich dann nämlich schon 8 kosten – und ihn nur 3 wenn er die kauft. Boah – da kann man sich auch schonmal aufregen. Denn natürlich wählt der Spieler eine Karte aus, die für ihn gut ist und legt sie aus, dass es für ihn schön günstig ist. Und für den anderen so richtig teuer.

Götter-Urlaub ist vorbei!

So kommen dann auch im ersten Zeitalter 5 Götter ins Spiel, die von den Besitzern der Mythologieplättchen ausgewählt wurden, und die Tor-Karte ist immer im Spiel. Die liegt auf dem letzten freien Platz und ermöglicht es dem Spieler, der sie bezahlt, einen Gott jeder Art aufzudecken und sich dann einen auszusuchen und kostenfrei zu benutzen. *grrrrrr* Das ist besonders ärgerlich, wenn das Tor vor der eigenen Nase zuschlägt und der andere es weggeschnappt hat.

Nun gibt es auch eine neue Aktionsmöglichkeit – denn was wären die Götter, wenn man sie nicht nutzen könnte? Anstatt eine Karte aus der Auslage zu kaufen, kann man nun auch einen der Götter bezahlen und nutzen. Dazu habe ich ja gerade schon ein bisschen was erzählt. Konkrete Beispiele, was sie bringen können: Geld und Siegpunkte, ein Gebäude oder Weltwunder, das eigentlich dem anderen gehört, weil er es gebaut hat bzw. zugewiesen bekommen hat oder auch Militärische Stärke. Und ich kann euch sagen: Bei so manchem Gott ist es empfehlenswert, ihn auf seiner Seite zu haben.

Im zweiten Zeitalter kommen dann 3 Opfergaben ins Spiel. Auch sie werden auf Karten in der Auslage gelegt und wer die jeweilige Karte nimmt, der nimmt auch die Opfergabe und kann sie zum Bezahlen im Pantheon nutzen – denn eigentlich sind sie bares Geld in Sachen Götterkauf.

Im dritten Zeitalter sind ja in allen 7 Wonders-Spielen immer die Gilden zugegen – hier jedoch nicht. Denn statt der Gilden werden in der letzten Runde die Großtempel ins Spiel gebracht. Sie bringen am Ende Siegpunkte abhängig von der Menge an Tempeln, die man besitzt. Achso – und es kommen noch neue Fortschrittsplättchen, die im Spiel landen können. Falls ihr euch erinnert: Das sind die, die man sich nehmen darf, wenn man 2 gleiche Forschungssymbole auf Gebäuden vor sich liegen hat.

Worum soll ich mich denn noch alles kümmern?!

Wie ich auch schon bei 7 Wonders Duel geschrieben habe ist immer viel zu tun. Mit der Erweiterung Pantheon nimmt das ganze sogar noch zu, weil wir die Möglichkeit haben, Geld (mal viel, mal wenig) in die Götter zu investieren. Auch hier gilt: Wenn ich selbst die Wahl treffen möchte, welche Götter im Spiel sind, dann muss ich geschickt die Karten aus der Auslage wählen, um möglichst bald an ein Mythologie-Plättchen zu kommen. Und wenn die Götter dann im 2. Zeitalter liegen, sollte ich schon so viel Kohle gesammelt haben, dass ich auch die, die für mich am interessantesten sind, möglichst schnell aktivieren und zu mir holen kann, damit sie mir nicht weggeschnappt werden können.

Wenn man sich nicht wirklich auf die Götter fokussiert, dann verliert man sie auch schnell aus dem Blick. So ist es zumindest in einigen unserer Partien gewesen. Der eine hat sich auf die Götter gestürzt, während der andere wie gehabt an seinen anderen Zielen herumgewerkelt hat. Je nachdem, welche Karten ausliegen, kann es also quasi so sein, als würdet ihr ohne Pantheon spielen. Also zumindest derjenige, der mit den Göttern nichts zu schaffen hat. Fixiert man sich jedoch auf die Götter und bezahlt möglichst viele von ihnen um sie zu nutzen, hat man natürlich den Vorteil der mächtigen Aktionen, die sie mitbringen. Auf der anderen Seite kann man sich in der Zeit um nichts anderes kümmern. Aber dafür dauert das Spiel auch etwas länger – ein Zeitalter endet ja, wenn alle Karten aus der Mitte genommen wurden. Immer, wenn ich einen Gott nehme, dann nehme ich dafür keine Karte aus der Mitte.

Abschließend noch ein Dankschön an Asmodee, die uns 7 Wonders Duel als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Lecker

  • Das Tableau passt genau ans Spielfeld!
  • Die Götter sind mächtig und bringen dem, der sie bezahlt, einen Profit.

Pfui

  • Wenn man bei den Mythologie- und Opferplättchen nicht zulangt, hat der andere einen ordentlichen Vorteil
  • Die Götter sind nicht wirklich präsent, geht auch durchaus ohne die.

Fazit

Kaddy knuspert in der Kirche.

  "Pantheon - kann man, muss man aber nicht. Über die Götter hat man die Möglichkeit, ordentlich an Münzen und Siegpunkten zu verdienen. Aber es werden einem auch noch mehr Möglichkeiten geboten, den anderen zu ärgern. Leider waren die Götter bei uns am Spieletisch nicht immer präsent - wir haben sie manchmal einfach aus den Augen verloren, weil die Auswahl nicht so war, dass sie uns vom Stuhl gerissen hätte. Denn natürlich platziere ich Karten, die für den anderen gut zu gebrauchen sind so, dass sie ihn viel kosten. Dafür blockiere ich dann aber auch einen günstigen Platz für mich. Und wenn da bei der Auswahl kein Gott auftaucht, den man gerade so richtig gebrauchen kann, dann investiert man das Geld auch schnell mal in was anderes. Die Götter hier bei 7 Wonders Duel Pantheon schaden bestimmt nicht, aber ich finde, die Erweiterung muss man jetzt nicht unbedingt haben. Wenn sie da sind und man sie ausspielt, sind sie ganz cool. Wenn sie aber nicht beachtet werden, geht´s genauso gut. Das einzige, was noch ein bisschen Action ins Spiel bringt sind natürlich die Mythologieplättchen, die es einem erlauben, die Götter selbst auszuwählen."
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"Na ja"-Fritte