Obscurio

Brettspiele Frittenrezensionen
7

Superfritte

Äh… what!?

Heute haben wir mal ein Spiel auf der Theke, bei dem Kreativität und Überzeugungskraft das A und O sein können, wenn man den Spielsieg anstrebt: Obscurio. Ein bisschen Dixit, ein bisschen Mysterium, aber vor allem viel Obscurio? Schauen wir doch mal nach.

Ich hab mal den Trailer für euch rausgesucht. Da könnt ihr euch anschauen, wie das Spielgefühl bei Obscurio sein soll.

Um das schonmal vorweg zu nehmen: Ganz so “dramatisch” sind meine Spielerfahrungen nicht gewesen, aber ich hab schon einige äußerst spannende Momente mit diesem Spiel erlebt. Fangen wir mal vorne an: Nämlich damit, worum es im Endeffekt geht. Die Geschichte kennt ihr jetzt schon, ich verrate jetzt noch kurz die wichtigsten Fakten zum Spielgeschehen und falls ihr mehr Details wollt, könnt ihr euch hier die Regeln anschauen.

Hier bei Obscurio gibt es 3 unterschiedliche Rollen:

Das Grimoire – Das ist die Person, die weiß, welche Karte gesucht wird und die Hinweis gibt, mit Hilfe des Buches. Das Grimoire möchte den Zauberern helfen, die richtige Karte zu finden. Das Grimoire weiß, welcher Spieler der Verräter ist. Daher:

Der Verräter – Diese Person ist der heimliche Verräter. Keiner außer ihm weiß, dass er es ist. Sein Ziel ist es, dass nicht die richtigen Bilder gefunden und somit die richtigen Türen aufgeschlossen werden.

Die Zauberer – Das sind alle anderen. Sie wollen die richtigen Bilder und somit Türen finden und müssen die Hinweise des Grimoires richtig deuten und versuchen, sich nicht vom Verräter belatschern zu lassen.

So geht´s.

Alle Rollen werden verteilt, die von den Zauberern allerdings geheim, sodass nur man selbst weiß, welche Rolle man hat.

Das Grimoire hat ein Buch, in dem 8 Karten stecken. Eine zusätzliche zieht es – das ist die Zielkarte der aktuellen Runde. Dann zieht es nochmal 2 und steckt in sein Grimoire – und dort markiert es 2 Dinge, die zu der Zielkarte passen.

Dann schließen alle Zauberer die Augen und der Verräter macht seine auf, um dem Grimoire im Buch die Zahlen von 2 Bildern zu zeigen, die gleich Teil der Auslage werden sollen – je gleicher, desto BUUUH! (weil schwerer für die Zauberer). Dazu kommen dann noch so viele, bis es 6 sind. Der Verräter macht die Augen wieder zu und dann öffnen alle die Augen und es geht los. Das Grimoire legt die 6 gemischten, runden Karten ans Spielbrett.

Anhand der Details im Grimoire müssen die Zauberer nun das richtige der 6 finden. Aber natürlich darf das Grimoire nicht sprechen und der Verräter wird alles dafür tun, dass das richtige Bild nicht gewählt wird. Jeder hat einen Chip, mit dem er abstimmt. Natürlich läuft die Sanduhr bei sowas und macht Druck.

Es können übrigens auch verschiedene Flüche ins Spiel kommen: Es gibt welche, die aktiv werden, wenn das Grimoire Bilder auswählt, und die dafür sorgen, dass man die Bilder im Grimoire nicht so gut erkennen kann oder dass das Grimoire in seiner Phase (in dem es die Marker ins Grimoire platziert) eingeschränkt ist. Und es gibt einige, die beim Auswählen der Bilder aktiv werden: Eigentlich muss man erst ein Bild wählen, wenn alle offen ausliegen, aber es gibt zum Beispiel auch einen Fluch, der dafür sorgt, dass alle Bilder verdeckt ausliegen und einzeln aufgedeckt und in dem Moment dann auch gewählt werden müssen.

Je mehr Stimmen auf den falschen Bildern liegen, desto mehr Zeit verstreicht (im übertragenen Sinne) und wir verlieren Zusammenhaltsplättchen. Wenn die weg sind, haben wir verloren. Gewonnen haben wir, wenn wir es schaffen, 6 Mal das richtige Bild zu finden, so lange noch 1 Plättchen übrig ist.

Wenn sich das Spiel langsam dem Ende zuneigt, gibt es noch die Aufgabe, den Verräter per Abstimmung zu finden. Es gibt etwa 1 Minute Diskussionszeit, dann wird abgestimmt. Mittem nackten Finger. Wer die meisten Stimmen hat, ist angeklagt. Wenn er nicht der Verräter ist, verlieren die Zauberer noch mehr Zusammenhaltsmarker. Wenn sie den Verräter gefunden haben, darf er zwar noch mit abstimmen, aber darf dem Grimoire keine Vorgaben mehr machen.

Und, was kann es?

Obscurio macht Spaß – noch mehr in der richtigen Gruppe. Die Sache mit dem Verräter mag nicht jeder. Ich mag es und ich finde, dass das dem Spiel nochmal den besonderen Nervenkitzel verpasst, der bei mir Pluspunkte sammelt. Durch die Flüche unterscheiden sich die Spielrunden und Partien immer wieder. Und nicht zu letzt wird Obscurio nicht langweilig, weil man im Endeffekt in einer von 3 Rollen stecken kann – und die Wahrscheinlichkeit, dass die gleichen Kartenkombination (im Grimoire und in der Auslage) auftaucht, geht schon gen null.

Natürlich macht aber Obscurio nicht jedem Spaß. Man muss diese Art von Spiel mögen: Was fange ich mit der kryptischen Nachricht meines Mitspielers an und was mache ich daraus? Lasse ich mich von den anderen Spielern in der Diskussion mitziehen und von meiner Idee abbringen oder ziehe ich mein Ding durch – wie auch immer das aussieht? Was, wenn ich falsch liege und dadurch den Anschein erwecke, der Verräter zu sein, obwohl ich es gar nicht bin? Fragen über Fragen … 😉

Und dann ist da noch das Material: Das ist echt hochwertig (bis auf die Schachtel, die ist ganz schön wabbelig irgendwie) und das Design, sowie die Bilder sind wirklich total toll. Ich kann euch auf jeden Fall empfehlen, euch einfach mal mit ein paar der runden Bilder hinzusetzen und die anzuschauen und die Details zu suchen – das ist teilweise echt schön.
Wenn ihr Rollenspiel-Leiter seid … und für euer Abenteuer fehlen euch noch Ideen – in Obscurio kriegt ihr super Anstöße für neue Abenteuer!

Lecker

  • Schöne, phantastische Bilder!
  • Die Flüche sind teilweise ziemlich cool
  • Ich mag die magnetischen Faltermarker, die ins Grimoire gelegt werden
  • Tolle Ausstattung

Pfui

  • Obscurio erfindet das Rad nicht neu
  • Verräter ist nicht jedermenschs Sache

Fazit

Kaddy gibt einen mysteriösen Hinweis

  "Braucht man Obscurio, wenn man Mysterium oder Dixit hat? Ich finde, dass man eigentlich gar nicht genug von solchen Spielen haben kann. Wieso? Ganz einfach. Ich finde, diese Art von Spiel funktioniert eigentlich in den meisten Runden ganz gut. Der Verrätermodus, der hier in Obscurio steckt, ist allerdings nicht was für jedermensch. Dixit ist vielleicht ein bisschen zu "nett", Mysterium ist ja von der Geschichte und dem Design etwas düsterer. Naja, und Obscurio ist schon ziemlich mysteriös! Schließlich werden wir in einer Bibliothek von einem gemeinen Hexenmeister gejagt und wissen nicht, wem wir vertrauen können. Demnach glaube ich, dass, auch wenn das Grundprinzip ähnlich ist, jedes Spiel doch so seine eigene Atmosphäre erschafft - und je nachdem, was man gern mag, kann man sich hier inzwischen einfach die Rosinen (bei der Gelegenheit der Hinweis: #teamohnerosinen) rauspicken. Danke an Asmodee, die uns diese Rosine hier als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben."
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